GEPLANTE MODERNISIERUNG DES BESTEUERUNGSVERFAHRENS ab 2017

Künftig soll der Sachbearbeiter (Finanzamt) bei der Bearbeitung der Steuererklärung nur noch in Ausnahmefällen tätig werden, zum Großteil werden die online übermittelten Daten übernommen. Er hat das Recht, jederzeit in den Vorgang einzugreifen.

Weiterhin sollen kaum noch Belege vorgelegt werden, quasi nur noch auf Anforderung des Finanzamts.

Es gibt eine neue Regelung zum Thema Fristverlängerung. Gesetzlich normiert wird mit dem 28.02. des zweiten Folgejahres die Fristverlängerung für die beratenen Steuerbürger (keine Verlängerung möglich), wobei es mit dem 31.05. des Folgejahres für nicht Beratene bei der bisherigen Regelung bleibt, dies allerdings mit der Option einer Fristverlängerung auf Antrag.

Die Einkommensteuererklärung 2017 muss somit bis zum 28.02.2019 eingegangen sein (bei Einschaltung eines Steuerberaters bzw. Lohnsteuerhilfvereins), im zweiten Fall besteht die Abgabepflicht am 31.05.2018 (ohne steuerliche Beratung), allerdings kann Antrag auf Fristverlängerung gestellt werden.

Ebenso verhält es sich nämlich bei der Festsetzung von Verspätungszuschlägen, die im Falle der beratenen Steuerbürger zwingend zu erheben sind und bei nicht Beratenen weiter in das Ermessen des Finanzbeamten gestellt werden. Darüber hinaus ist die Höhe der Zuschläge in den genannten Fällen unterschiedlich. Diese orientieren sich bei beratenen Steuerbürgern an dem Nachzahlungsbetrag (Novum!), im Übrigen an der festgesetzten Steuer.

Ein großes Fragezeichen muss m. E. hinter diese Zweiklassenregelungen gesetzt werden!